Sehenswürdigkeiten in Delhi

Mit quirligen Stadtteilen, einer bunten Bevölkerung, traditionellem Leben, prunkvoll und immer freundlich – so präsentiert sich Delhi seinen Besuchern.

Delhi ist die Hauptstadt Indiens und liegt im Norden des Landes. Eigentlich ist Delhi ein Hauptstadtterritorium, das Neu Delhi, die eigentliche Hauptstadt, miteinschließt. Delhi hat über 12 Millionen Einwohner, im gesamten urbanen Gebiet nähert sich die Einwohnerzahl der Zwanzigmillionengrenze, und sie ist damit nach Mumbai die zweitgrößte Stadt Indiens. Zudem ist sie eine der aufregendsten Metropolen der Welt. Üppige und prunkvolle Bauwerke sind hier zu bestaunen, vom prächtigen Humayun Mausoleum über die gewaltige Festungsanlage des Roten Forts bis zu den vielen wunderschönen Moscheen und Tempeln. Überfüllte Straßen, hektische Märkte, traditionelle Basare, herrliche Parkanlagen und die vielen, unzähligen freundlichen Menschen geben der Stadt eine ganz eigene Atmosphäre. Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum haben hier leider auch zu einem hohen Grad an Luftverschmutzung geführt.

Geschichte Delhis

Delhi wird „Stadt der sieben Städte“ genannt, da hier Ruinen von sieben ehemaligen Städten zu besichtigen sind, tatsächlich  wurden in den letzten 3000 Jahren jedoch noch mehr Städte auf dem heutigen Stadtgebiet gegründet. 1192 nach Christi eroberten Moslems die Stadt und machten sie zu ihrer Hauptstadt. In der Folge wechselten sich Mongolen, islamische Dynastien und schließlich die Perser bei der Herrschaft über die Stadt ab. Mitte des 18. Jahrhunderts gründeten die Briten hier Handelsniederlassungen und eroberten schließlich im Jahr 1803 die Stadt. Bis 1911 blieb die Hauptstadt Britisch Indiens jedoch Kalkutta, danach verlegten die Briten die Hauptstadt nach Delhi und erbauten in den folgenden Jahren und Jahrzehnten südlich des historischen Stadtkerns Neu-Delhi. Heute sind die beiden Städte praktisch zu einer Metropole verschmolzen.

Sehenswertes Old Delhi
Rotes Fort

Rotes Fort
Bild: © Jerzy / pixelio.de

Old Delhi, das alte Delhi, liegt im Zentrum der riesigen Metropolregion Delhi. Dieser Stadtteil war vom 12. bis ins 18. Jahrhundert Hauptstadt der Moguln und ist von einer Stadtmauer umgeben. Es ist ein orientalischer Stadtteil der noch stark vom Islam geprägt ist. Enge verwinkelte Gassen, Basare, Moscheen, Tempel und viele historische Monumente prägen dieses Viertel.

Hier befindet sich auch eines der touristischen Hauptattraktionen Delhis, das Rote Fort. Dieses im 17. Jahrhundert aus roten Ziegelsteinen erbaute Bauwerk besitzt riesige Dimensionen. Es ist von einer beinahe drei Kilometer langen Mauer umgeben und besteht aus prachtvollen Palästen und Bauten welche den Prunk, in dem die Regenten der damaligen Zeit lebten, eindrucksvoll widerspiegeln.

Jama Masjid

Jama Masjid
Bild: © Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Eine der bekanntesten Straßen und Hauptverkehrsader von Old Delhi ist Chandni Chowk. Von hier erstreckt sich ein Gewirr an Gässchen und Passagen, die prallgefüllt mit Verkaufsständen sind. Es ist ein bunter Markt, voll mit indischen Spezialitäten, hektisch, voller Düfte und regem Leben.

In Old Delhi befinden sich zahlreiche Moscheen, die größte, nicht nur von Delhi sondern von ganz Indien, ist die Jama Masjid. Sie fasst 20.000 Besucher. Auf einem Felsen liegend erhebt sie sich weit über das Häusermeer der Stadt. Die zahlreichen Kuppeln, Tore, Galerien und Türme ergeben ein wunderschönes Gesamtbild. Flankiert wird die Moschee von zwei Minaretten die 90 Meter in die Höhe ragen.

Neu Delhi, das Zentrum von Delhi

Südlich des alten Delhi erbauten die damaligen britischen Kolonialherrn zu Beginn des 20. Jahrhunderts Neu Delhi. Dieser Stadtteil wurde am Reißbrett geplant, und bietet im Gegensatz zu Old Delhi zwischen den historischen Sehenswürdigkeiten prächtige Boulevards, Parks und herrschaftliche Wohnviertel.

Neu Delhi

Bild: © Dieter Schütz / pixelio.de

Der Dreh- und Angelpunkt von Neu Delhi ist der Connaught Place, auch Rajiv Chowk genannt. Hier befinden sich Banken, Fastfood-Ketten, Restaurants, Hotels, Büros und jede Menge Geschäfte. Helle Häuser im viktorianischen Stil bilden einen weitläufigen, fast perfekten Kreis und sternenförmig zweigen acht große Ausfallstraßen ab.

Gurudwara Bangla Sahib

Gurudwara Bangla Sahib
Bild: © Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Ein Stück weit südlich vom Connaught Place liegt das Jantar Mantar, ein im Jahr 1725 errichtetes Freiluftobservatorium, das heute noch im Gebrauch ist. Zwischen Palmen und Blumenbeeten stehen hier die großen roten und weißen Steingebilde, die zur Sternenbeobachtung dienen.

Nicht weit entfernt befindet sich der Gurudwara Bangla Sahib ein herrlicher Skhin Tempel mit goldenen Kuppeln und schönem Tempelteich. Ein Bauwerk, das ganz besonders von innen seine Pracht offenbart.

Eines der prächtigsten Gebäude von Neu Delhi ist das Rashtrapati Bhavan, die Residenz des Präsidenten. Britische Architektur ist an dem Bauwerk ebenso zu finden wie Mogulstil. Wunderschön sind die Gärten die das Gebäude umgeben. Gleich nebenan befindet sich das Sansad Bhavan, das indische Parlament, ein großes, niedriges Rundgebäude.

India Gate

India Gate
© Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Vom Parlamentsgebäude führt eine schnurgerade, etwa zwei Kilometer lange Prachtstraße direkt zum India Gate, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Es ist eine 42 Meter hohe Triumphsäule, die an die indischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben ließen, erinnert.

Das Nationalmuseum in Neu Delhi ist das größte und bedeutendste Museum Indiens. Es zeigt Ausstellungsstücke aus 5000 Jahren indischer Geschichte.

Im Südosten von Neu Delhi liegt Dargah Hazrat Nizamuddin einer der ältesten Stadtteile. Der Besucher fühlt sich in diesem Viertel aus engen Gassen und bunten Basaren in eine andere Zeit versetzt. Hier befindet sich inmitten einer geometrisch angelegten Gartenanlage das Humayum Mausoleum. Dieser herrliche Bau aus rotem Sandstein diente unter anderem als Vorbild für das Taj Mahal in Agra.

Von den vielen schönen Parkanlagen in Neu Delhi gehören die Lodi Gärten sicherlich zu den schönsten und bekanntesten. In dieser malerischen Parkanlage begeistern gepflegte Rasenflächen, schöne Blumenbeete, schattenspendende Bäume und Teiche. Zudem befinden sich hier Mausoleen und andere herrliche Bauten.

Sehenswertes außerhalb Neu- und Old Delhis

Auch wenn sich die meisten Sehenswürdigkeiten in Neu- beziehungsweise in Old Delhi befinden, so ist auch außerhalb dieser beiden Stadtteile viel Sehenswertes zu bestaunen.

So befindet sich östlich von Neu Delhi, jenseits des Yamuna Rivers, der Akshardham Tempel, der zu den größten hinduistischen Tempeln der Welt gehört. Der riesige Tempel besteht aus kunstvoll in Stein gehauenen Säulen und neun Kuppeln, die Fassade ist aus rotem Stein und weißem Marmor. Er verkörpert in beeindruckender Weise indische Architektur und Tradition. Im Tempel bringen Kurzfilme und Ausstellungen den Besuchern die Geschichte des Tempels näher und am Brunnen im Garten des Tempels werden jeden Abend musikalische Vorführungen abgehalten.

Lotustempel

Lotustempel
Bild: © Rosel Eckstein / pixelio.de

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Lotustempel der Bahai Religion südöstlich von Neu Delhi. Die eigenwillige Architektur des mit Marmor verkleideten Gebäudes ist einer Lotusblüte nachempfunden. Dieser 1986 eingeweihte Tempel mit seinem einzigartigen Design ist ein äußerst beliebtes Touristenziel.

Qutb Minar

Qutb Minar
Bild: © Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Der Qutb Minar im Süden Delhis ist eine erhabene, riesige Siegessäule. Er ist Minarett und einer der höchsten islamischen Türme. Viele bezeichnen ihn als den vollkommensten Turm der Welt. Gleich daneben befindet sich der Archäologische Park von Mehrauli mit über 100 historischen Denkmälern.

Eine sehenswerte Künstlerenklave im Süden von Neu Delhi ist Hauz Khas Village. Zahlreiche Boutiquen, trendige Cafés, viele bezaubernde Läden, vorzügliche Restaurants, gepflegte Parks und schöne Tempel machen diesen Stadtteil zu einem äußerst reizenden Viertel.

 

Eine Reise nach Delhi ist wie eine Reise in eine andere Welt. Kennenlernen lässt sich diese Welt am besten bei einer geführten Tour oder Stadtrundfahrt, die zu den Monumenten und kulturellen Höhepunkten dieser großartigen Stadt führen.